Monday 24 July 2017

Wir leben in einem expandierenden Universum

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51:47 Den Himmel haben Wir mit Kraft erbaut, und gewiss, Wir erweitern ihn.

Das arabische Wort, das wir in diesem Vers als “Himmel” übersetzen, lautet “sama”. Dieses Wort beschreibt wie das deutsche Wort “Himmel” sowohl das Universum als auch das Dach der Welt. Alles, was über der Erdoberfläche ist, wird mit “sama” bezeichnet. Ist das Universum ewig? Oder ist es endlich und in einem Dauerzustand? Diese Fragen waren seit Beginn Anlass für hitzige Debatten unter großen Geistern.

Wer mit bloßem Auge ins Weltall blickt, kann unmöglich begreifen, dass das Universum expandiert.

Womöglich gab es in der Menschheitsgeschichte selten ein Thema, das mit solch einer Brisanz diskutiert und trotz aller Bestrebungen nicht geklärt wurde. Die Frage nach der (Un)Endlichkeit des Universums wurde in der Physik diskutiert, welche zuerst als Unterdisziplin in der Philosophie galt und sich dann später als unabhängigen Wissenschaftszweig etablierte. Selbst unter den großen Geistern gab es sowohl Vertreter der Ansicht, das Universum sei ewig, als auch der Ansicht, dass das Universum endlich wäre und seine Grenzen hätte. Der Koran führte zusätzlich ein Modell eines dynamischen und expandierenden Universums ein. Dieses Modell trennt sich von der Vorstellung, dass das Universum unendlich und in einem Dauerzustand sei. Dadurch legt der Koran eine dritte Alternative vor und distanziert sich von den hitzigen Kontroversen.

Auf der einen Seite Mohammed aus der Wüste, der sich weder mit Philosophie noch mit Physik beschäftigt hat, und auf der anderen Seite die berühmten Denker der Philosophie und Physik. Aristoteles, Ptolemäus, Giordano Bruno, Telesio Patrizzi, Galileo Galilei und Isaac Newton. Diese größten Meister der Menschheitsgeschichte haben aufgrund ihrer Beobachtungen und formalen Bemühungen behauptet, dass das Universum beschränkt, endlich oder unendlich wäre. Doch keiner hat ein dynamisches, expandierendes Modell des Universums vorgebracht. Nur mit den Beobachtungen durch fortgeschrittene Teleskope von Edwin Hubble im 20. Jahrhundert konnte festgestellt werden, dass sich alle Sternenhaufen rasend voneinander entfernen. Damit wurde das dynamische Modell des Universums bestätigt. Die Behauptung des expandierenden Universums wurde erst im 20. Jahrhundert vorgelegt. Davor gibt es keine Quelle außer dem Koran, welche diese Behauptung vorführte. Nicht mal eine einzige!

Das vom Propheten Mohammed in der Wüste versteckte Teleskop

Diejenigen, die ableugnen, dass der Koran von Gott herab gesandt wurde, sagen, dass der Koran von Mohammed erfunden worden sei. Wie wollen sie dann erklären, dass der Prophet Mohammed vor dem 20. Jahrhundert in der uns bekannten Menschheitsgeschichte der einzige war, der von der Expansion des Universums wusste? Hat etwa der Prophet Mohammed ein ähnliches Teleskop wie das aus dem 20. Jahrhundert erfunden und dieses im Sand versteckt? Hat etwa der Prophet Mohammed das Wissen besessen, ein Teleskop zu bedienen, die Bewegung der Sterne zu deuten und dies dann den Menschen vorzuenthalten? Falls behauptet wird, der Prophet Mohammed habe sich nur deshalb als Prophet verkündet, da er ein Verrückter wäre, was für eine Verrücktheit ist das denn, dass er eine Tatsache wusste, wovon kein Mensch zu seiner Zeit etwas wusste und auch nicht wissen konnte und das erst 1300 Jahre später verstanden werden konnte? Falls gemeint wird, dass der Prophet Mohammed die Religion aus eigenem Interesse eingeführt hätte, was für ein Interesse kann dahinter liegen, dass die Erfindungen dieser Person erst 1300 Jahre später verstanden werden, doch das Verkünden dieses Verses zu seiner Zeit überhaupt keinen Nutzen bringt? Womöglich gibt er damit seinen Feinden, die mit bloßem Auge das Expandieren des Universums nicht bemerken, gar noch einen Trumpf in die Hand? Kann eine Person, die aus eigenem Interesse handelt, etwas sagen, was ihr zu Lebzeiten nichts nützt und sogar zu ihrer Zeit aufgrund des fehlenden Verständnisses Anlass zu Kritik werden könnte? Falls entgegen diesen Tatsachen immer noch jemand „der Prophet Mohammed hat dies mit seinem eigenen Verstand gewusst“ meint, was kann das dann für ein Verstand sein, dass er die Lüge erfindet, dass Gott es ihm mitgeteilt hätte? Wenn selbst eine Person, die eine Nadel im Haufen findet, die Neigung hat mit dieser Erkenntnis zu prahlen, wieso prahlt der Prophet Mohammed dann nicht mit seiner Vernunft und sagt stattdessen: „Dieser (Koran) ist nicht von mir, er ist von Gott.“? Aus Bescheidenheit? Während dem Propheten nicht geglaubt wird, er der Lüge bezichtigt und deshalb für moralisch minderwertig gehalten wird, wird er doch nicht wegen Bescheidenheit gepriesen? Ja, wir haben für diejenigen auch eine Frage, die weiterhin stur ablehnen wollen: „Wisst ihr, was ihr verteidigt und was ihr da sagt?“

Wie wurde verstanden, dass das Universum expandiert?

Lemaitre und Einstein. Lemaitre war der erste, der in wissenschaftlichen Kreisen die These vom expandierenden Universum in den Raum hineinwarf.

In der Physik des großen Meisters Newton gab es eine Lücke. Newton glaubte an das Modell des unveränderlichen unendlichen Universums. Die Schwerkraftgesetze Newtons warfen ein Problem auf. Wie konnte es sein, dass es im Universum in der sehr langen Zeit seit Beginn nicht dazu führte, dass sich die gesamte Materie gegenseitig anzog und zu einer einzigen Materie wurde? Wohingegen die Formeln Einsteins nach Newton zeigten, dass sich sowohl Raum als auch Zeit änderten.

Der russische Physiker Alexander Friedmann fand ausgehend von Einsteins Formeln heraus, dass das Universum bei winzigen Änderungen expandieren oder schrumpfen musste. Der Erste, der die Bedeutung und den Wert dieser Beobachtung verstand und die Tatsache, dass das Universum expandierte, entschieden verteidigte, war der belgische Papst und Wissenschaftler Georges Lemaitre. Lemaitre sagte, dass wenn wir die Expansion des Universums zurückkehren, das Universum als ein einziger Punkt begonnen hat und nachher expandierte. So wie aus einer Eichel ein Eichenbaum wächst, entstand unser Universum aus einem einzigen Atom. Dies erschien dermaßen unglaublich, dass selbst Einstein, aus dessen eigenen Formeln diese Behauptungen gefolgert wurden, nicht daran glaubte. Er sagte, dass Lemaitre nicht sehr viel von Physik verstehe und dass das Universum unendlich groß und unveränderlich sei. Zuerst wurde die Expansion des Universums als ein Konstrukt eingeführt. Damit wurde eine Erklärung eingeführt, die bislang von keinem Philosophen in der Geschichte vorgestellt wurde und dessen Thema an sich von einem Philosophen wie Kant in seinem Werk „Die Kritik der reinen Vernunft“ als ein Beispiel für die „intellektuellen Widersprüche“ (die für die Vernunft unlösbaren Fragen) angesehen wurde und er für dieses Thema „die Vernunft kann diese Frage nicht lösen“ sagte. Diese Konstruktion passt komplett und erklärt, wieso das Universum trotz der vorhandenen Schwerkraft nicht ineinander fällt. Auf diese Weise wurden die Formeln von Newton und Einstein vereint. Es gab keine Alternative. So wie der richtige Schlüssel in sein eigenes Schloss passt, passte auch die richtige Erklärung zum universalen Schema. Doch die Wissenschaftswelt begegnete dieser erstmals neu erscheinenden Erklärung mit einem klassischen Verhalten: Nein, so kann es nicht sein! In den selben Jahren führte der amerikanische Astronom Hubble, unabhängig von all diesen theoretischen Diskussionen, mit seinem hoch entwickelten Teleskop im Observatorium Mount Wilson Beobachtungen durch. Hubble fand mittels Beobachtungen heraus, dass sich alle Galaxien voneinander entfernen und deshalb das Universum expandiert. Als ob Hubble die Ausweitung des Universums für diejenigen bewiesen hat, die an nichts glauben, was sie nicht sehen. (Hubble hat seine Feststellung mithilfe des Dopplereffekts gefunden, wonach die sich entfernenden Objekte eine verlängerte Wellenlänge im Lichtwellenspektrum aufweisen. In diesem Fall werden die Lichtwellen eher rot gefärbt und im Falle, dass sich die Objekte nähern, verkürzt sich die Wellenlänge und die Farbe wird eher blau.) Das Licht, welches von allen Galaxien aus eintrifft, wird im Spektrum mit der roten Farbe angezeigt, was also zeigte, dass sich die Galaxien entfernen. Hubble hat mit dieser Beobachtung auch ein auffallendes Gesetz gefunden: die Geschwindigkeit, mit der sich die Galaxien entfernen, stand in Verbindung mit den Entfernungen zwischen den Galaxien. Je weiter weg die Galaxie ist, desto schneller entfernt sie sich. Dieses Ergebnis wurde wieder und wieder geprüft. In den 1950ern wurde in den Staaten in Mount Palamar das größte Teleskop der Welt gebaut. Alle Tests und Überprüfungen haben diese Beobachtung bestätigt. Es wurden sogar Messungen vorgenommen und behauptet, dass die Entstehung des Universums ungefähr 10 bis 15 Milliarden Jahre zurück liege. Sowohl Einstein als auch Lemaitre interessierten sich für die Arbeiten Hubbles. Einstein, der vorher die Ansichten Lemaitres nicht teilte, erklärte in einer Konferenz, dass Lemaitre Recht hat. Er gab zu, dass seine Ansichten, die dazu führten, an diesen Gedanken nicht zu glauben, die größten Fehler seines Lebens gewesen wären. So hatte der seinerzeit größte Physiker Einstein das durch Beobachtungen bestätigte Ergebnis akzeptiert, dass das Universum dynamisch ist und ständig expandiert. Wir sehen in den Beispielen Hubbles und Lemaitres, wie ein Physiker das Ergebnis präsentiert, das er mittels theoretischem oder empirischem Weg erhalten hat. Während Lemaitre zeigte, wie er von den Formeln Einsteins ausgehend zum Ergebnis gelangte, führte Hubble seine Beobachtungsdaten und ihre Ergebnisse vor. Auf diese Weise wurde das Ergebnis der Physiker mit einem festen Fundament vorgebracht. Der Schöpfer der physikalischen Gesetze gibt die Antwort auf eine der größten Diskussionen in der Geschichte im Koran. Der Koran teilt uns anders als die Wissenschaftler das Ergebnis direkt mit. Es ist nicht wichtig, welcher Weg eingeschlagen wurde, der zu diesem Ergebnis führt. Denn derjenige, der dieses Wissen gegeben hat, weiß davon Bescheid, ohne diese Geräte zu gebrauchen. Ja, der Koran gibt das Ergebnis direkt und auf eine sehr bestimmte, sehr kurze, sehr klare Art und Weise.

Wahrscheinlich wäre etwas vom Ersten die Expansion, was wir beschrieben, sähe irgendjemand von uns das Universum von oben. Es ist aber ein umwerfendes Ereignis, dass der Koran diese Wahrheit vor 1400 Jahren ausspricht, welche wir lediglich mit wissenschaftlicher Ansammlung und entwickelten Teleskopen erkennen konnten. Manche fragen: „Wenn Jesus Wunder gezeigt hat, wie die Blinden zu heilen, wieso haben dann nicht alle in seinem Umfeld geglaubt?“ Der Koran gibt auf einige der schwierigsten Fragen der Wissenschaft eine Antwort und in der Geschichte kann diese Antwort nicht gefunden werden. Und das in einem Umfeld, wo man versucht der Religion mit der Wissenschaft entgegenzutreten. Die Beobachtungen, die mittels der Erfindung von entwickelten Teleskopen gemacht wurden, bestätigen den Koran. Sonst zeigt dieses Wunder des Koran niemand, aber wer nicht glauben will, wird auch dennoch nicht glauben. Der Koran teilt uns sowieso auch den Aspekt der menschlichen Psychologie mit, dass gewisse Menschen nicht glauben werden, gleichgültig welches Wunder sie auch sehen mögen, und zeigt auf diese Weise ein weiteres Wunder. Wir denken, dass die Person, welche dieses Beispiel sieht, verstehen wird, weshalb den Wundern von Jesus und von den anderen Propheten nicht geglaubt wurde. Die Art der Wunder verändert sich gemäß der Zeit. Doch gewisse Arten von Menschen, die nachdenken, wie sie ableugnen können, statt zu versuchen offen zu sein und die Wahrheit zu finden, ändern sich nie. Dass sich dermaßen viel Materie nach dem Big Bang mit der Wirkung der Schwerkraft ohne Kollisionen hervorzurufen in einem derart großen Gebiet mit einer solch hohen Geschwindigkeit voneinander entfernt, zeigt die Ungewöhnlichkeit der Kraft des Big Bang. Die Expansion des Universums und die Verhinderung, dass sich die Materie wieder zusammenzieht und erneut ein Punkt wird, geschieht dank dieser Kraft. Diese Kraft ist sowohl sehr groß als auch mit dem erhabenen Wissen Gottes auf eine sehr feine Art eingestellt. Wäre diese Kraft ein wenig schwächer gewesen, würde sich die Materie einander anziehen und vor der Bildung von Galaxien sich wieder schließen, und weder Galaxien noch die Erde und unser Leben wären je hervor getreten. Wäre diese Kraft hingegen noch gewaltiger, würde sich die Materie in einer so großen Fläche verbreiten, dass weder Galaxien noch unsere Erde und damit unser Leben möglich gewesen wären. Nach einem sehr schönen Vergleich eines Physikers ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Explosion derart eingestellt wird, dass Galaxien, unsere Erde und unser Leben möglich werden, noch geringer als die, dass ein in die Luft geworfener Kugelschreiber auf der Kopfspitze landet. Gott zeigt mit dieser Explosion sowohl die Größe Seiner Macht als auch, wie er seit dem ersten Moment an alles bewusst kontrolliert. Außerdem beweist Er durch die Erklärungen dieser Entstehungen, dass der Koran Seine eigene Botschaft ist.

Der Grund, wieso im Koran von „Wir“ die Sprache ist

Wir sehen einen Nutzen darin zu erklären, weshalb im Vers, den wir in diesem Kapitel untersucht haben, von „Wir“ die Sprache ist. Da diese Spezialität der arabischen Sprache nicht bekannt ist, sehen wir uns mit Fragen konfrontiert. Gott gebraucht im Koran für sich selbst sowohl die erste Person Plural „Wir“ als auch die erste Person Singular „Ich“. Dies liegt in der Eigenschaft der arabischen Sprache begründet. Auf Arabisch und in einigen anderen Sprachen gebrauchen manchmal gewisse Personen für sich die erste Person Plural als Formulierung der Ehre und Erhabenheit. Denn auf Deutsch und auch in anderen Sprachen (wie z.B. Türkisch) gebrauchen wir statt der zweiten Person Singular „Du“ als Zeichen des Respekts die zweite Person Plural „Sie“. Auf Deutsch gebrauchen wir manchmal auch die erste Person Plural „Wir“ für selbständig durchgeführte Dinge, doch dies ist nicht so sehr verbreitet wie die Verwendung von „Sie“.

Der Koran ist ein auf Arabisch herab gesandtes Buch, deshalb enthält der Koran Spezialitäten der arabischen Sprache und arabische Redewendungen. Die Einheit Gottes ist im gesamten Koran die wesentlichste Botschaft und wird in Hunderten von Versen wiederholt.

Wir möchten einen zusätzlichen Punkt ansprechen: Im Koran gebraucht Gott, während Er über sich selbst spricht, sowohl das Wort „Ich“ als auch das Wort „Wir“ aufgrund der Eigenschaft der arabischen Sprache. Doch wenn von Gott in der zweiten Person die Sprache ist, wird immer der Singular „Du“ verwendet und niemals die zweite Person Plural „Sie“ und wenn von Gott in der dritten Person die Rede ist, dann wird auch nur der Singular „Er“ und niemals der Plural „Ihr/Sie“ verwendet. Im Koran ist über tausend Mal von Gott in der zweiten oder dritten Person die Rede, doch kein einziges Mal in der Pluralform. Außerdem wird im Koran Gott als „Gott“, als „Herr“, als „der Gnädige“ und mit vielen weiteren Namen an tausenden Stellen bezeichnet und all diese Namen werden im Singular verwendet. Und dies zeigt, wie wir bereits zu Beginn sagten, dass die Formulierung „Wir“ eine Besonderheit der arabischen Sprache ist.

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