Saturday 18 November 2017

Wir wurden aus dem Nichts erschaffen

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2:117 Er ist der Schöpfer der Himmel und der Erde. Wenn Er eine Sache beschlossen hat, sagt Er zu ihr nur: Sei!, und sie ist.

Das Wort “ibda”, welches im Vers vorkommt, bedeutet dass eine Sache, nicht aus irgendetwas, sondern aus dem Nichts erschaffen wird. Wenn man außerdem die Bedeutungen, die dieses Wort erhält, betrachtet, können wir sehen, dass diese Sache nicht gemäß einem Beispiel erschaffen wird, sondern ohne dass es Vergleichbares oder Selbiges gibt. Das große Wunder der Schöpfung ist es, dass sämtliche Konzepte aus dem Nichts erschaffen wurden. Betrachten wir beispielsweise die vorhandenen Farben. Niemand kann sich eine Farbe ausdenken oder erfinden, die wir nicht sehen können. Obwohl wir die vorhandenen Farben kennen, können wir keine neue Farbe kreieren. Gott hingegen hat den Begriff Farbe, sämtliche Farben und das alles umfassende Universum aus dem Nichts erschaffen, während der Begriff Farbe noch nicht da war. Welch eine große Kraft und große Kunst, den Begriff und die Vielfältigkeit im Begriff zu erschaffen, wo es diesen Begriff noch nicht gab…

Die Atheisten, die Gottes Existenz verleugnen, behaupten, dass die Materie schon da war, die Materie keinen Anfang hat und dass alles Existierende als Ergebnis des Zufalls zustande gekommen ist. Dieser Ansicht nach wurde die Materie nicht erschaffen, die Materie gab es schon immer. Einer der atheistischen Philosophen, Georges Politzer, bekundet dies in seinem Buch “Elementare Prinzipien der Philosophie” wie folgt: “Das Universum ist keine Schöpfung. Falls es erschaffen wäre, so müsste das Universum von Gott zu einem bestimmten Zeitpunkt und aus dem Nichts erschaffen worden sein. Um die Erschaffung zu akzeptieren, muss man vor allem die Existenz eines Momentes akzeptieren, bevor das Universum existierte. Und ebenso muss man akzeptieren, dass aus dem Nichts irgendetwas hervor ging.”

Atheismus bedeutet, dass Gottes Existenz abgelehnt wird, Materialismus hingegen, dass alles Materie sei, doch beide Worte werden häufig anstelle des anderen verwendet. Denn die Atheisten, die Gottes Existenz ablehnen werden automatisch zu Materialisten, da sie die Ewigkeit der Materie akzeptieren. Die Atheisten müssen zwangsläufig akzeptieren, dass die Materie nicht erschaffen wurde und seit Ewigkeiten vorhanden war. Im alten Griechenland hingegen haben einige Philosophen keine Erklärungen zur Schöpfung der Materie geliefert, obwohl sie die Existenz Gottes akzeptierten. Obwohl jeder Atheist direkt ein Materialist ist, muss ein Materialist nicht notwendigerweise ein Atheist sein.

Dass sowohl die Existenz Gottes als auch die Erschaffung der Materie verfochten wird, stützt sich auf die monotheistischen Religionen. Sämtliche monotheistische Religionen verteidigen offensichtlich sowohl die Existenz Gottes als auch die Schöpfung der Materie durch Gott. Auf diese Weise erhält die Erschaffung der Materie die Bedeutung, dass der Beweis für die Erschaffung der Materie gleichzeitig einen Beweis für die Existenz Gottes darstellt und auch, dass die Religionen wie Judentum, Christentum und Islam von Gott gesendete Religionen sind.

Auch heute kann es Menschen geben, die die Sonne, den Mond oder das Feuer anbeten. Diese Menschen betreiben ihren Glauben ohne eine auf Vernunft orientierte, wissenschaftliche oder philosophische Grundlage. Es ist nicht nützlich, diesen Glaubensformen mit Vernunft orientierten, logischen und wissenschaftlichen Erklärungen entgegenzutreten, welche den Verstand, die Vernunft und die Wissenschaft nicht als Kriterium akzeptieren. Diese Menschen brauchen Erklärungen, die ihre Vorurteile und fixen Ideen brechen und eliminieren. Wir können beobachten, dass in der gesamten Menschheitsgeschichte drei unterschiedliche Positionen vorhanden sind, die behaupten, der Vernunft und der Wissenschaft zu folgen. Diese Ansichten behaupten zumindest, dass sie die Vernunft, den Verstand und die Wissenschaft als Kriterium akzeptieren. Aus diesem Grunde versuchen wir diese Ideen aufgreifend zu zeigen, welche dieser Ideen richtig sind. Diese drei Ansichten sind:

  1. Monotheismus: Es gibt nur einen Gott. Er ist es, der die Materie, dieses wunderbare Universum und alles Lebendige und Tote erschaffen hat.
  2. Atheistischer Materialismus: Die Materie existiert ewig. Alles entsteht aus Materie durch eine Reihe von Zufällen.
  3. Agnostizismus, Skeptizismus: Welche der beiden Positionen richtig ist, können wir nicht wissen. Beide können richtig sein.

Eigentlich gibt es im Grunde nur zwei Alternativen. Die dritte hingegen ist mehr eine Aussage, dass man nicht wissen könne welche der beiden Ansichten richtig ist, als eine neue Alternative. Die Behauptung derjenigen, die die dritte Position einnehmen, besteht in der Unlösbarkeit der Frage, ob die Materie und andere Wesen erschaffen wurden oder nicht. Während zum Beispiel David Hume (1711-1776) in seinem Werk “Dialoge über natürliche Religion” Cleanthes und Philo gegenseitig sprechen lässt, werden in den Worten Philos agnostische Betrachtungen geäußert. Auch Kant (1724-1804) meinte in seinem Werk “Kritik der reinen Vernunft”, dass man nicht wissen und verstehen könne, ob die Materie und der Mensch erschaffen worden sei oder nicht. (Obwohl Kants Ideen agnostischer Natur waren, glaubte Kant an Gott. Welche der beiden Charakteren in seinen Dialogen mehr die Ansichten Humes wiedergeben ist streitbar.)

Big Bang hat sowohl Atheismus wie auch Agnostizismus falsifiziert

Die agnostische Vorgehensweise stellt eigentlich durch die Aussage “Wir werden dies nicht verstehen können.” eine Behauptung auf. Wenn die These „Es gibt einen Anfang der Materie.“ bestätigt wird, so wird nebst der Widerlegung der These „Materie hat keinen Anfang.“ auch die These „Wir können nicht wissen, ob die Materie einen Anfang hat.“ umgestoßen. Somit ist der Beweis des Anfangs der Materie nicht nur ein Schlag gegen den Atheismus, sondern auch gegen den Agnostizismus (Skeptizismus, Unerkennbarkeit). Wenn es sich heraus stellt, dass Materie einen Anfang hat und erschaffen ist, dann müssten eigentlich die Atheisten von ihrem Unglauben und die Agnostiker von ihrem Skeptizismus ablassen. Wenn Sie sich die Aussage aus Kapitel 21, Vers 30 des Koran in Erinnerung rufen, so wird in diesem die Frage „werden sie dennoch nicht glauben?“ gestellt. Dass in einem Vers diese Aussage vorkommt, der den Big-Bang beschreibt, weist darauf hin, dass viele Atheisten und Agnostiker das Notwendige nicht machen werden. Es ist aber nun klar, dass der Skeptizismus der Agnostiker sich nicht unterscheidet vom Glauben eines Hindus, der Kühe als Götter akzeptiert, und das verleugnerische Verhalten eines Atheisten sich in nichts unterscheidet von der Feueranbetung eines Feueranbeters. Das heißt, dass sie ihre Philosophien auf reiner Beweislosigkeit, reiner Vermutung, reiner Unlogik und reiner Unwissenschaftlichkeit gegründet haben. Nun sind die Behauptungen der Atheisten und Agnostiker, sich um Wissenschaftlichkeit und Vernunft zu bemühen, ins Wasser gefallen. Und dies gleich in der Phase der Erschaffung der Materie… (Im Folgenden werden wir bei der näheren Betrachtung der Wunderverse im Koran sehen, dass im Universum bei der Schöpfung und in der Entstehung der Lebewesen eine bewusste Schöpfung im Gange ist. Etwas Gegenteiliges zu behaupten ist nur eine leere Einbildung des Agnostizismus bzw. Skeptizismus.)

Einige materialistische Wissenschaftler waren nach der Entdeckung des Big Bang gezwungen zuzugeben, dass sie nun die Erschaffung akzeptieren mussten. Beispielsweise gibt der englische, materialistische Physiker H.P. Lipson wie folgt zu, die Big Bang Theorie wohl oder übel akzeptieren zu müssen: “Ich denke, dass wir noch weiter gehen müssen und bestätigen sollten, dass die einzige annehmbare Erklärung die Schöpfung ist. Mir ist bewusst, dass dies für viele Physiker, mich selbst eingeschlossen, äußerst unangenehm ist. Wenn aber experimentelle Beweise eine Theorie unterstützen, sollten wir diese Theorie nicht einfach nur deshalb ablehnen, weil sie uns nicht gefällt.”

Vor dem Big Bang

David Darling beschreibt in der Einleitung seines Buches “Deep Time” (Tiefe Zeit) den Big Bang wie folgt: “Es gab keine Zeit, kein Universum… Es gab auch keine Materie oder Energie… Es gab nichts… Nicht einmal das kleinste Pünktchen oder Leere existierte. Aus diesem Nichts entstand eine klitzekleine, außergewöhnlich kleine Regung… Ein winziges Zittern… Ein leichtes Wellenschlagen, fast unmerklicher Strudel… Die kosmische Box wurde geöffnet und dadurch wurden die Weichen für das Schöpfungswunder gelegt…”

Gerrit L. Vershuur von der Universität aus Colorado hingegen beschreibt in seinem Buch “Starscapes” wie folgt, dass sich die religiöse These gegenüber allen anderen Thesen behauptet hat: “Die Big Bang Theorie steht im Einklang mit der von den Religionen hingewiesenen Wahrheit, dass die Welt und der Himmel erschaffen wurden. Dies ist ein überraschendes Ergebnis, dass die Astronomie für die Religionen ist.”

Es wurde verstanden, dass die Zeit gemäß der Materie und ihren Vorgängen existiert. Da vor dem Big Bang die Materie und die Beweglichkeit der Materie nicht zur Debatte stand, stand auch die Zeit vor dem Big Bang nicht zur Frage. Mit dem Big Bang wurden sowohl die Materie als auch die Zeit erschaffen. Das eine ist sowieso vom anderen abhängig. Roger Penrose von der Oxford Universität hat in den mit Stephen Hawking zusammen geführten Arbeiten mathematisch bewiesen, dass die Zeit mit dem Anfang des Universums begann. Die Big Bang Theorie hat auch die Schlussfolgerung der Atheisten bewiesen, dass „wenn das Universum erschaffen wurde, muss es auch einen Anfang gehabt haben“. Kurz gesagt ist der Atheismus in der Plattform der Wissenschaft, Logik und Vernunft zerbröckelt. Doch aufgrund von Sturheit, Vermutung und Bequemlichkeit bleibt er bestehen.

Wenn es nur zwei Thesen gibt und gezeigt wird, dass eine davon falsch ist, so ist gemäß den Grundregeln der Logik die andere These richtig. Nachdem die These des Atheismus falsifiziert wurde, dass Materie seit Ewigkeiten bestünde, muss man automatisch die Schöpfung der Materie akzeptieren. Auf diese Weise zeigt sich, dass sich der Atheismus und die Agnostiker geirrt haben. Trotz diesen klaren Beweisen die Schöpfung zu verleugnen ist eine Ungerechtigkeit und Sturheit gegenüber der Wahrheit.

29:49 Nein, es sind deutliche Beweise in der Brust derer, denen das Wissen zugekommen ist. Und nur die, die Unrecht tun, verleugnen unsere Zeichen.

Die Lehren des Big Bang

Die Big Bang Theorie hat uns vor allem gelehrt, dass das Universum und die Zeit einen Anfang haben, die Materie nicht seit Ewigkeiten besteht und sie erschaffen wurde. So wurde die Idee der Materialisten und Atheisten widerlegt, dass das Universum schon ewig existierte.

So wie der Big Bang klärte, dass es einen Schöpfer des Universums gibt, zeigte der Big Bang auch, dass die Idee falsch ist, das Universum, die Sonne, den Mond und die Berge verschiedenen Göttern zuzuordnen. Wer mit dem Big Bang zusammen die erste Verbindung erschuf, ist der Schöpfer von allem. Das Universum wird nicht durch verschiedene Kräfte, sondern durch eine einzelne Kraft regiert. Das Universum begann aus einem einzelnen Punkt. Wer der Besitzer dieses Punktes ist, ist auch der Besitzer der Menschen, der Flüsse, der Sterne, der Schmetterlinge, der Supernovas, der Farben, der Schmerzen, der Freude, der Musik und der Ästhetik. Da alles aus dem „einen“ geteilt wurde, ist der Besitzer dieses „einen“ der Besitzer von allem.

Mit dem Big Bang wurde klar, dass die idolisierte Materie, sogar die Materie des gesamten Universums zu Beginn nur den geringen Wert eines fast verschwindenden Punktes hatte. Wer nun sieht, dass aus diesem fast wertlosen Punkt das Universum mit den Menschen, Tieren, Pflanzen und seinen Farben entstand, versteht auch, dass die Macht nicht in diesem Punkt, sondern im Schöpfer dieses Punktes liegt. Schließen Sie Ihre Augen und stellen Sie sich ein Nichts vor, das nicht einmal die Dunkelheit beinhaltet. Schauen Sie danach die Bäume, die Meere, den Himmel, Ihr Erscheinen im Spiegel, die Lebensmittel und die Kunstwerke an. Wie können diese Wahnsinnswerke von selbst aus der Dunkelheit, einem einzelnen Punkt im Nichts entstehen? Wer genau nachdenkt, sieht, dass sich die Schöpfung sowohl mit mathematischer Präzision als auch mit einer kunstvollen Ästhetik zeigt. Die Expansionsgeschwindigkeit des Universums ist an einem dermaßen kritischen Punkt, dass wenn in der ersten Sekunde nach dem Big Bang dieses Verhältnis laut eines Wissenschaftlers „hunderttausend Millionen mal eine Million kleiner gewesen wäre, das Universum in sich zusammenfallen und zum Punkt zurückkehren würde, bevor es den jetzigen Zustand erreichte.“ Wenn in gleicher Weise die Menge der Materie im Universum ein bisschen weniger gewesen wäre, würde sich das Universum zerstreuen bevor Galaxien entstehen könnten. Die Kraft, die im ersten Schöpfungsmoment der Teilung des einen Punktes verwendet wurde, ist sowohl sehr groß als auch sehr präzise. Auf ähnliche Art wurde die Menge der Materie sehr präzise und fein abgestimmt. Wie zu sehen ist, erschuf unser Schöpfer unser Universum auf eine exakt geregelte Art, sodass unser jetziges Universum existieren konnte. All diese Bildungen zeigen die unendliche Kraft unseres Schöpfers, dass er alles bis ins letzte Detail geplant und alles auf eine vollkommene Art und Weise gebildet hat. Außerdem zeigen sie, dass für den Schöpfer dieses Universums der Begriff der „Schwierigkeit“ nicht gilt. Wenn Er etwas will, so reicht es für Ihn aus „sei“ zu sagen.

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