Wednesday 23 August 2017

Anziehungskraft und Bewegung

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81:15-16 Nein! Ich schwöre bei den sich Verbergenden, die dahinziehen und sich in ihrem Bau verbergen.

Der erste, der auf wissenschaftlichem Gebiet die Schwerkraft erklärte, war Isaac Newton (1642-1727).

Um die Bedeutungen dieser Verse besser zu verstehen untersuchen wir zuerst die Bedeutungen der Worte, die in den Versen vorkommen. Das Wort, das wir im fünfzehnten Vers als “sinenler” übersetzt haben, kommt vom Arabischen “khunnas”. “Khunnas” bedeutet so viel wie “Gegenstrom, ducken, zusammenziehen, verbergen, zurückziehen”. Die Formulierung “sich in ihrem Bau verbergen” im sechzehnten Vers hat seine arabische Entsprechung in “Kunnas”, was “bestimmte Strecke, in das Nest gehen, das Nest des sich bewegenden Objekts” bedeutet. Das „dahinziehen“ im sechzehnten Vers stammt vom Wort „jawari“ und kommt von der Wurzel „jawara“.

Wir leben in jedem Moment mit vielen Gesetzen der Wissenschaft. Das Anziehungsgesetz, die Bewegungsgesetze und die Regeln der Thermodynamik sind stets in unserem Leben. Wenn wir essen oder auf die Toilette gehen spielen die Schwerkraftsgesetze eine Rolle. Die Astronauten, die ins Weltall fliegen, können im Weltall ihre Bedürfnisse ihres Körpers, welcher nach der Schwerkraft auf der Erde geformt ist, beim Essen und beim Stoffwechsel nur mittels speziellen Vorrichtungen und Maßnahmen erledigen.

Die Entdeckungen der Wissenschaftler entdecken nicht das nicht existierende, sondern erklären das Vorhandene. Die Schwerkraft gibt es bereits im Universum. Doch die Erklärung ihrer mittels mathematischer Formeln war Isaac Newton (1642-1727) vorbehalten. Newton zeigte, dass Gott alles im Universum mit der Schwerkraft geschaffen, den Sternen, der Erde und dem Mond eine Ordnung gegeben hat und dass die Menschen auf der Erde sein können nicht auf eine zufällige Weise, sondern mittels der Anziehungskraft zustande gekommen ist, welche Gott in die Materie gelegt hat.

Isaac Newton erklärt mit den folgenden Worten, dass Gott das Universum mit sensiblen Gleichgewichten erschaffen hat:

„Dieses sehr sensible System, welches aus der Sonne, den Planeten und den Kometen besteht, kann nur von der Absicht und der Hoheit eines Wesens stammen, das Intelligenz und Kraft besitzt… Es beherrscht all dies und wegen dieser Souveränität ist es, dass es „unser Herr, der große Macht besitzt“ bezeichnet wird.“

 

Universelle Mathematik

Im Koran wird oft betont, dass Gott alles mit einem Maß erschaffen hat. Die Behauptung, dass alles mit einem Maß erschaffen wurde, bedeutet, dass das Universum von der Mathematik dominiert wird. Denn wenn in etwas Maß hineingelegt wird, kann es gemessen werden und es ist geordnet und kann mathematisch beschrieben werden. Newton hat die Arbeiten von Keppler und Galileo korrigiert und verbessert und bewiesen, dass die Materie des Universums mathematisch beschrieben werden kann. Dass das physische Universum mittels Gesetze funktioniert, die feine Maße besitzen, wurde auf diese Art verstanden.

In der Wissenschaft wurde erst im 18. Jahrhundert die Wichtigkeit der Anziehungskraft bemerkt. Gott wies in Seinem Buch auf das Anziehungsgesetz im siebten Jahrhundert hin, welches in den Erschaffungen des Universums angewendet wurde. Wenn die zu Beginn dieses Kapitels erwähnten Verse untersucht werden, sehen wir, dass sie auf die Anziehungskraft und auf das Gleichgewicht zwischen der Anziehung und der Bewegung hinweisen. Sowohl der Atomkern wie auch die Sonne als Mittelpunkt des Sonnensystems befinden sich in einem zusammengezogenen Zustand. Der Atomkern zieht die Elektronen in sich zusammen und versucht sie zu verbergen und „ins Nest zu ziehen“. Dasselbe macht die Sonne im Sonnensystem mit den Planeten. Wir sagen dieser Kraft Schwerkraft. Die im Zentrum verborgenen Kerne wenden Kräfte an, um die Elektronen um die Sterne herum und die Planeten mit sich selbst zu vereinen und vervollständigen und sie ebenso zusammenzuziehen und wie sie selbst zu verbergen. Auf diese Weise begreifen wir ohne jeglichen Zwang, dass das Wort „khunnas“ im 15. Vers die Anziehungskraft beschreibt. (Es darf nicht vergessen werden, dass zu Zeiten der Herabsendung des Korans die Menschen vom Vorhandensein der Schwerkraft nichts wussten und es deshalb den Begriff der „Schwerkraft“ nicht gab. Der Koran verwendet für die Funktion der Schwerkraft die Umschreibung „khunnas“ [gen Zentrum zurückziehen, in sich zusammenziehen, in sich verbergen] und lenkt so die Aufmerksamkeit auf diese Kraft.)

 

Trotz der Anziehungskraft des Atomkerns kleben sich die Elektronen nicht an den Kern. Trotz der Anziehungskraft der Sonne kleben sich auch die Planeten nicht an die Sonne. Die Bewegung der Planeten und der Elektronen ist der Grund dafür. Im 16. Vers taucht das Wort „jariya“ auf, welches eine „fließende Bewegung“ beschreibt. Dies ist wichtig, weil dadurch die Einheit erklärt wird, durch die man von der Anziehungskraft verschont bleibt. Die Bewegung der Elektronen und Planeten verhindert die Elektronen daran, mit dem Kern in Verbindung zu geraten, und die Planeten daran, mit der Sonne in Kontakt zu treten. „Khunnas“ bezeichnet den Umstand, dass die Elektronen und Planeten wegen der Anziehungskraft sich an die Kerne und Sonne klebten, würde im Universum weder ein Planet noch ein Sonnensystem, Bahnen, Lebewesen und noch eine Souveränität in der Schöpfung wären vorhanden. Würden gemäß „jariya“, also „Bewegung, Fließen“ die Elektronen und Planeten im Universum zufällig verteilt und von der Anziehung (khunnas) vollkommen unabhängig, so würden erneut weder Galaxien noch Tiere, Pflanzen, Farben und noch wir selbst existieren. Dank diesen beiden Ereignissen bewegen sich die Elektronen und die Planeten in ihren eigenen Nestern und Bahnen. Das Wort „kunnas“ im 16. Vers drückt auf wundersame Art den Zustand aus, im Nest zu sein. Der Koran beschreibt mit dem Wort „khunnas“ die Anziehung zum Erdzentrum bei der Schwerkraft und mit dem Wort „jarayan“ die Bewegung, welche sich von dieser Anziehung befreit. Dank beider Elemente entsteht eine Bahn, und in dieser Bahn zu bleiben wird mit dem Wort „kunnas“ bechrieben. Auf diese Weise erklärt der Koran zu einer Zeit, in welcher die Terminologie bezüglich der Schwerkraft nicht vorhanden war, die Bausteine der Schwerkraft.

 

Von den Atomen zu den Sternen – immer Wunder

Wie wir bereits vorhin gesehen haben schwörte Gott in einigen Koranversen auf manche Erschaffungen und Vorkommnisse, um die Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. Die in diesem Kapitel betrachteten Schwüre in den Versen zeigen sowohl die vollkommenen Erschaffungen Gottes im Universum als auch die Übernatürlichkeit der Beschreibungen des Korans – denen, die ihre Mentalität von der Sturheit befreit haben.

Die Protonen in den unzähligen Atomkernen in unserem Körper wenden eine Anziehungskraft an, während die Elektronen mit ihren Bewegungen von dieser Anziehung flüchten, ohne ihre Bahnen zu verlassen. Diese Begebenheiten im Atominneren zusammen mit der nuklearen Kernenergie sind auf proportionierte Art und Weise mit der elektrischen Kraft im Atom ständig in Aktivität. Wenn wir uns auf einen Stuhl setzen und die Atome unseres Körpers sich mit dem Stuhl vermischten, und wenn wir uns nach dem Boden streckten und die Atome unseres Körpers sich mit dem Boden vermischten, bliebe da länger ein „Ich“, die Ansammlung der Atome unseres Körpers, bestehen? Was wenn die Elektronen des Stuhls mit den Elektronen unseres Körpers kollidierten und ein Sammelsurium entstünde? Oder wenn wir uns nach dem Boden strecken die Atome im Boden mit ihrer Anziehungskraft in den Kernen sich mit den Atomen in unserem Körper vermischten? Könnten wir existieren? Natürlich nicht. Es bliebe von unserer Existenz kein Stück übrig noch könnten wir existieren. Unser Vorhandensein verdanken wir sowohl den Anziehungen, Bewegungen und den anderen Kräften und ihrer getrennten Schöpfungen als auch der perfekten Übereinstimmung all dieser Kräfte beim Inkrafttreten.

Die Kräfte, die aus dem nichts hervorkamen, die wunderbaren Atome, die aufgrund dieser Kräfte erschaffen wurden, die wunderbaren Sterne und die wunderbaren Schöpfungen. Alles erinnert uns an Gott…

 

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